Die alte Radaranlage auf dem Teufelsberg wurde vor einigen Jahren stillgelegt und wurde 1996 privatisiert. Seitdem wurde das Gelände für diverse Projekte genutzt und hat auch jetzt noch nicht seine endgültige Bestimmung gefunden. Ursprünglich nutzten amerikanische und alliierte Soldaten die Abhörstation, um gen Osten zu lauschen. Schließlich ist der Teufelsberg die höchste Erhebung zwischen Berlin und Moskau. Klingt verrückt, wenn man sich den durchaus eher bescheidenen Anstieg anschaut. Nachdem vergeblich versucht wurde Luxuswohnungen und ein 5* Hotel zu bauen, ist die Anlage seit 2011 der Öffentlichkeit durch Führungen wieder zugänglich und weitere Nutzungsmöglichkeiten werden regelmäßig diskutiert.

Spontaner Ausflug mit letzten Schneeflocken

Auch wenn der Winter 2014 so gut wie nicht vorhanden war gab es doch zwischendurch 2 Wochen mit Schnee. Genau diese Zeit hatten wir uns ausgesucht, denn Wald und Teufsberg bei glitzerndem Schnee ist doch was Feines. Leider war dann am Wochenende die Schneedecke im Grunewald doch schon sehr löchrig, aber Glück hatten wir beim Besuch der Abhöranlage. Zufälligerweise war gerade eine kleine Gruppe bereit, eine Führung zu beginnen, sodass wir uns kurzentschlossen anschließen konnten.

Das Gelände der Abhörstation

Langweilig wird es auf dem Gelände jedenfalls nicht. Natürlich befindet sich alles in eher suboptimalem Zustand. Dafür gibt es überall etwas zu entdecken: Kleine gebastelte Figuren, das Logo der ehemaligen Einheit, das in regelmäßigen Abständen nachgemalt wird, dort lebende Künstler, grandiose Ausblicke und vieles mehr.

Ehemaliger Radarturm mit Street Art Galerie

Hauptattraktion ist sicherlich der Hauptturm mit der weit sichtbaren Kuppel. In den unteren Stockwerken wurde durch die dort lebenden Künstler eine eigene Street Art Galerie aus Überresten anderer Gebäude gebaut und mit entsprechenden Kunstwerken versehen. Steigt man weiter hinauf kann man auf einer Plattform schon den weiten Blick genießen. Doch die Kuppel ist das wahre Highlight. Im Inneren durch 2 riesige Personen verziert, besticht sie durch eine einzigartige Akustik. Hier werden aus einem Flüstern laute, hallende Worte. Wir hatten das Glück von zwei  Sängerinnen begleitet zu sein, die einen Kanon anstimmten: Gänsehautstimmung!