Alongtheway wächst. Neben mir wird auch ab jetzt Hanna über ihre Reisegeschichten berichten. So gibt’s‘ ab jetzt die doppelte Portion Fernweh: Sei gespannt!

Damit du Hanna gleich etwas besser kennen lernst, habe ich ihr ein paar Fragen rund ums Reisen gestellt.

Hallo Hanna, erzähl einfach mal etwas über dich!

Ich bin Hanna, 25 Jahre alt, ursprünglich aus dem höchsten Norden (Flensburg) und seit zwei Jahren in Berlin ansässig. Die Sehnsucht zum Meer überfällt mich regelmäßig, seit ich von der Küste weggezogen bin, dafür versuche ich auf all meinen Reisen mein Bedürfnis nach Strand & Sand zu stillen. Das Reisen ist für mich außerdem jedesmal ein kleiner Befreiungsschlag aus dem Alltag, ein Weg meine Abenteuerlust zu stillen und außerdem eine Zeit, in der ich jedesmal wieder unglaublich viel lerne. Besonders von den vielen Menschen, denen ich „along the way“ begegne.

Was war dein witzigstes/schönstes Reiseerlebnis?

„Das ist gar nicht so einfach. Meine schönsten Reiseerlebnisse haben fast alle mit Menschen zu tun, mit Momenten, die mich wieder an das Gute in Ihnen haben glauben lassen. Ein besonderer Moment war auf meiner allerersten Reise ganz alleine. Ich flog mit 17 Jahren zurück nach Argentinien, wo ich zwei Jahre zuvor bereits ein Austauschjahr verbracht hatte. Diesmal war ich jedoch das erste mal ganz auf mich allein gestellt. Vom Flughafen in Buenos Aires musste ich in die Stadt, um dort den Bus nach Villa Dolores zu nehmen. Wer schonmal in Buenos Aires war weiß, dass die Ecke um den „Retiro“, den großen Busbahnhof, nicht die Beste ist. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich im Flugzeug neben einem Argentinier saß, der auf dem Weg zu seiner Hochzeit war und mir anbot, dass ich mit ihm und seiner Tante gemeinsam zum Busbahnhof fahren könnte. Im Endeffekt haben sich die beiden nicht nur den ganzen Tag um mich gekümmert (denn mein Bus fuhr erst am Abend). Zwei Wochen später holte seine Tante dann sogar meine Eltern vom Flughafen ab, die nachgekommen waren, um Weihnachten mit uns in Argentinien zu verbringen, und begleitete sie zum Retiro. Mit dieser Frau, Isabel, habe ich noch lange Jahre Kontakt gehalten und der Gedanke an sie zaubert mir jedes Mal wieder ein Lächeln ins Gesicht.“

Welches Land kannst du jedem zum Reisen empfehlen?

„Das hängt ganz davon ab, wie „reiseerfahren“ man ist. Einige Länder sind deutlich schwieriger zu bereisen als andere, erfordern manchmal gewisse Sprachkenntnisse oder bergen Eindrücke, die zuweilen nicht leicht zu verarbeiten sind. Für „Reiseanfänger“ würde ich Südostasien empfehlen, z.B. Thailand/ Laos/ Vietnam/ Kambodscha, da die touristische Infrastruktur dort sehr gut ist und man eigentlich problemlos durch die Länder kommt. Auch Länder wie Australien, Neuseeland und die USA würde ich empfehlen. Einfach weil man überall mit Englisch gut durchkommt und die Kultur sich nicht so stark von der europäischen unterscheidet. Wer jedoch schon etwas rumgekommen ist, sollte sich definitiv Indien und China anschauen. Auch wenn die Suche nach Informationen manchmal etwas tricky ist und man schon manchmal etwas heftigeren Eindrücken begegnet (Armut, Luftverschmutzung, etc.) haben die beiden Länder unglaublich viel zu bieten. Und natürlich Lateinamerika, von Mexiko bis Argentinien. Ein paar Spanisch-Grundkenntnisse erleichtern die Reise hier, aber dank der wunderbar gastfreundlichen Menschen und der tollen Landschaften lohnt sich die Reise eigentlich immer!“

Was ist dein nächstes großes Reiseziel?

„Mit der trans-mongolischen Eisenbahn von Moskau nach Peking! Ich liebe Zugfahren und die einsamen Weiten Sibirens und der Mongolei rufen mich schon seit Jahren.“

Wohin geht dein nächster Städtetrip?

„Porto oder Riga. Von Portugal hat mich meine erste Reise nach Lissabon schon begeistert, nun möchte ich mit Porto noch eine weitere Stadt kennenlernen. Und Riga, weil ich noch kaum etwas von Osteuropa kenne und gehört habe, dass die Stadt wunderschön sein soll.“

In welche Stadt außerhalb Deutschlands würdest du sofort hinziehen?

„Lissabon, Madrid und Rom! Tolle Städte, tolle Sprachen, tolles Essen.“

Welches Land hat dein Lieblingsessen?

„Eigentlich alle, denn Schokolade gibt es überall! Was Hauptgerichte angeht, würde ich wohl Indien wählen. Die Würze der indischen Küche ist unvergleichlich.“

Gibt es ein Lieblingsreisegericht?

„Ich finde Nüsse immer unglaublich praktisch als kleine Zwischenmahlzeit, ansonsten kommt es aber ganz auf die lokale Küche drauf an. In China fand ich die Nudelsuppen, die „fāng biàn miàn“, total genial. Besonders bei Zugfahrten wurden, sobald der Zug sich in Bewegung setzte, die Dosen aufgerissen, alles stürmte zum Wasserspender, füllte sich seine Suppe auf und nach fünf Minuten hörte man rundherum nur noch zufriedenes Schlürfen. Auch wenn die Suppen keine kulinarische Besonderheit waren, hätte ich in den chinesischen Zügen nichts lieber gegessen.“

Womit vertreibst du dir die Zeit bei langen Fahrten?

„Mit schreiben (außer im Bus, da wird mir sonst schlecht), Musik hören oder manchmal auch mit „Löcher-in-die-Luft-gucken“. Reisen ist für mich eine Zeit, in der ich mich intensiv mit mir selbst beschäftigen kann und dafür eignet sich so manche lange Fahrt hervorragend.“

Was ist die wichtigste Lektion, die du auf Reisen gelernt hast?

„Weniger misstrauisch gegenüber anderen zu sein. Wenn du grundsätzlich denkst, dass jeder dir nur was Böses will, verschließt du dich vor vielen tollen Erfahrungen und Begegnungen. Wenn du auf Reisen offen gegenüber anderen bist, kann dir vielleicht auch mal etwas Blödes passieren, aber in den meisten Fällen wirst du (zumindest meiner Erfahrung nach) positiv überrascht werden wie nett und uneigennützig Menschen eigentlich sein können.“

Wie möchtest du in 10 Jahren leben?

„Irgendwo auf dem Land, möglichst Nahe am Meer, mit einem Hund und ein paar Katzen und einem Job, der mir jedes Jahr mindestens drei Monate auf Reisen ermöglicht (und damit meine ich keine beruflichen Reisen).

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