Die wohl tödlichste Mine der Welt hat schon über 8 Millionen Tote gefordert. Als die Spanier den silbernen Berg nach der Eroberung Südamerikas entdeckten wurden erst die indigenen Völker versklavt und später Millionen weiterer Sklaven aus Afrika herbeigebracht. Es heißt aus den Toten könne eine Brücke einmal um die Welt gebaut werden. Genauso soll man aus dem gefundenen Silber eine Brücke von Potosi bis ganz nach Madrid bauen können. Das dort gefundene Silber war immerhin das reinste der Welt und hat über Jahrhunderte den kompletten spanischen Staat am Leben gehalten. Das wollte ich natürlich einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Vorbereitungen für die Tour in der Potosi Mine

In der Stadt Potosi werden diverse Touren angeboten, die in der Regel von Ex-Mineros durchgeführt werden. Ich hab meine direkt über mein Hostel La Casona gebucht (90 Bolivianos). Nachdem wir alle im Minenoutfit angekleidet waren – die Gruppe bestand aus 4 Besuchern – war der erste Stop der Mercado de Mineros. Hier kann man einfach so in den Laden gehen und Dynamit kaufen. Verrückt. Das konnte ich mir natürlich nicht nehmen lassen. Vom Guide wurden hier die einzelnen Materialien und Werkzeuge der Minenarbeiter vorgestellt und schließlich sollen wir noch Geschenke für die Arbeiter Untertage kaufen. Genau dafür war mein Dynamit nämlich gedacht. Selbst wollte ich doch nicht damit rumspielen.

Der Eintritt in die Unterwelt

Jetzt war der Moment gekommen. Wir standen alle mit einem etwas mulmigen Gefühl vor dem dunklen Loch im Berg. Die Lampen wurden noch schnell angemacht und los ging es mit den ersten Schritten in die Dunkelheit. Doch lange währte der Marsch nicht. Schon nach wenigen Metern befand sich eine in den Fels gehauene Nische mit einem großen Abbild des Teufels. Interessant ist, dass selbst der Teufel Kokablätter kaut, erkennbar an der Wölbung in der linken Wange.
Als die Spanier kamen wurde das Wort Gottes natürlich rigoros verbreitet. Demnach gibt es ja auch eine Hölle über die der Teufel herrscht. Da alle Mineros in Potosi unter der Erde arbeiten, mussten sie sich ihrem Verständnis nach also im Reich des Teufels befinden. So kam es, dass sich an jedem Eingang des Berges eine Statue des Teufels befindet und dieser regelmäßige Opfer gebracht werden. Diese Opfergaben bestehen aus Kokablättern, 96-prozentigem Alkohol, Bier und Zigaretten.

In der Unterwelt von Potosi

Warum die Bergleute regelmäßig um Beistand von oben oder in diesem Fall von unten bitten, lässt sich kurz darauf recht einfach erahnen. Winzige Gänge mit diversen Abzweigungen winden sich durch den Berg. Die einzige Auflockerung bieten regelmäßige Löcher, die in die Tiefe führen. Genau in so ein Loch sind wir dann auch gestiegen und etwa zwanzig Meter hinabgeklettert. Als wir an einer Stelle eine kleine Rast machten, fiel plötzlich etwa fünf Meter den gangabwärts Geröll herab. Wir waren super erschrocken, da wir uns ja selbst wenige Minuten vorher noch dort befunden hatten. Doch unser Führer könnte uns beruhigen. Dies war nur das Gestein einer höheren Ebene, das von dieser Ebene hinausbefördert werden solle. Er habe durch Rufen Bescheid gegeben, dass wir kommen, sodass „nie“ Gefahr bestand. So wird einem erst richtig klar, wie gefährlich diese Arbeit in der Mine ist. Dazu kommt natürlich noch die schlechte Luft und die gefährlichen Chemikalien. Auf die Frage, wieviele Unfälle und Tote es gäbe, wollte er auch nicht so richtig antworten. Sein letzter Kommentar war dann lediglich „Not every day“.
Untererwegs haben wir dann auch die Bergarbeiter getroffen. Das war irgendwie auch etwas komisch, weil keiner so richtig wusste, was man sagen sollte. Denen ging es schließlich auch nur um die Geschenke. Das hat sich mit den ganzen Touristen so eingebürgert.

Fazit zum gefährlichsten Bergwerk der Welt

Der Besuch war ein super interessantes Erlebnis, wenn auch eher von der bedrückenden Art. Schon erschreckend zu sehen, dass fast die einzige Technologie, die dort verwendet wird, Dynamit ist.

  Praktische Tipps für Potosi

Übernachten:

Das La Casona ist auf jeden Fall ein vernünftiges Hostel mit einfachen Frühstück, heißen duschen, super Minentouren, Möglichkeit Busse zu buchen, WiFi, Küche, Wäscheservice u.s.w.. Das 8er Dorm kostet 45 Bolivianos. Im Winter ist es jedoch auch recht kalt.

Essen:

Wert Lust auf Pizza hat sollte sich die Pizzeria el Mana nicht entgehen lassen.

Anreise:

Uyuni: Von Uyuni fahren mehrere Busse morgens aber auch einer um 18:30, also perfekt um nach einer Uyuni-Tour in den Bus zu hüpfen. (ca.4h)
Sucre: Von Busterminal in Sucre fahren diverse Busse super regelmäßig nach Potosi (ca. 3h).

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