Gegen einen Kurztrip nach Rio ist ja nichts einzuwenden. Doch von Berlin aus ist das Ganze etwas zeitaufwändiger. 24 Stunden Anreise, 75 Stunden Aufenthalt, 24 Stunden Rückreise. Entspannt ist anders aber hey, es geht schließlich um Rio und jede Minute hat sich gelohnt!

Nach dieser Anreise steigen wir morgens aus dem Flieger und müssten eigentlich mordsfertig sein. Doch als wir auf dem Weg in die Stadt die Christus Statue über der Stadt erblickten und den erstem Blick auf die Copacabana erhaschten ist die Müdigkeit wie weggeblasen. Wir haben schließlich nur 3 Tage und die müssen wir ausnutzen. Dazu kommt noch die Mission auf die wir von HLX geschickt wurden: Olympia Checkup.

Hoch hinaus in Rio

Ich kann schon vorwegnehmen, dass drei Tage für Rio schon sehr knapp bemessen sind. Unser erster Ausflug führt uns direkt hoch auf dem Corcovado zur berühmten Christus-Statue, um uns direkt einen Überblick über die Stadt zu machen. Von oben können wir weiße Strände, einzigartige Bergformationen, undurchdringlichen Dschungel, die urbane Skyline und das blaue Meer bewundern. Zum ersten Mal kommt mir hier in den Kopf, dass Rio wohl die schönste Stadt ist, die ich je besucht habe. Über den Zeitraum unseres Besuches kristallisierte sich das immer weiter heraus. Ich glaube, dass nur wenige Metropolen der Welt eine so große Vielfalt unterschiedlicher Naturräume innerhalb eines so kleinen Radius bieten können. Besonders die Berge prägen das Stadtbild und lassen die Stadt von jeder Ecke aus anders aussehen: Am präsentesten sind der Pão de Açúcar (Zuckerhut), der Corcovado und die Dois Irmãos (Zwei Brüder). Zum Abschluss unseres Trips fahren wir mit der Seilbahn auf den Zuckerhut und genießen von dort den Sonnenuntergang. Einziges Manko sind die Bauarbeiten, sodass die Plattform auf der Spitze nur minimal zugänglich ist und den Besuchern kaum Raum gelassen wird den Ausblick in Ruhe zu genießen. Glücklicherweise ist auf der Zwischenstation, dem Morro da Urca weit mehr Platz, um das Schauspiel der untergehenden Sonne in Ruhe zu genießen.

Die Lebensfreude der Cariocas

Eine Frage, die wir uns schon vor dem Trip stellten, war: „Wie können wir das wahre Rio kennenlernen?“. Bei Recherchen sind wir auf den „Markt“ Campo de São Christovão. Markt steht in Anführungsstrichen, da es kein Markt im klassischen Sinne ist. In einem stadionartigen Oval drängen sich in verwinkelten Gassen viele Geschäfte und Restaurants aneinander. An verschiedenen Ecken wird mitreißende Live-Musik gespielt oder dein Gehör wird etwas durch laute Karaoke-Musik strapaziert. Doch an beiden Enden befinden sich 2 große Bühnen an denen die Hauptacts auftreten. Zunächst sind wir etwas überfordert durch das ganze Getümmel und die über uns hineinbrechenden Geräusche. Doch als wir erst einmal sitzen und unseren ersten Caipirinha bzw. Bier vor uns haben, können wir uns auch langsam in die Brasilianischen Klänge eingrooven. Nach einem großen Barbecue stürzen wir und auch ins Getümmeln und feiern bis sich alles leert. Wir bleiben bis Ende des Abends die einzigen Gringos, die wir zu Gesicht bekommen und können mit echten Cariocas abdancen (bzw. versuchen zu tanzen).

Einen weiteren zufällig-wunderschönen Abend verbringen wir im Parque das Ruinas. Dieser kleine Park auf dem Hügel im Stadtteil Santa Teresa besteht aus einer alten, in Teilen restaurierten, Ruine. Vor langer Zeit war dies der Trefpunkt der High-Society Brasiliens und Austragungsort ausschweifender Feste mit Blick über die Stadt. Jetzt verlaufen sich eher Cariocas und Touristen dorthin, die von diesem besonderen Ort den Ausblick und den Sonnenuntergang genießen möchten. Wir setzen uns gerade mit einem Bier an einen Platz mit hervorragendem Blick in Richtung des Pão de Açúcars, also sogar eine Band anfängt zu spielen. Perfektes Timing!

Mission: der Rio Olympia Check

Bei all diesen Ablenkungen dürfen wir natürlich unsere Mission für HLX nicht aus den Augen verlieren. Zwischen den Aktivitäten besuchten wir einzelne Stätten der Olympischen Spiele 2016. Die Spiele stehen schon seit längerem in Kritik, da zum einen die Bedingungen für einige Sportarten nahezu katastrophal sein sollen und auch die Unterstützung in der Bevölkerung fehlt, was sich unter anderem in schleppenden Ticketverkäufen niederschlägt. Insbesondere die Botafogo Bucht für die Segel und Windsurfwettkämpfe ist total verdreckt. Die Verschmutzung geht sogar schon so weit, dass bei ungünstiger Windrichtung das verschmutzte Wasser direkt an den berühmten Strand der Copacabana gespült wird. Mein Tipp ist daher: Lieber in Ipanema die Sonne genießen. Doch unser Ausflug zum Olympischen Park war auch sehr beeindruckend. Das Areal außerhalb Rios besteht aus mindestens acht riesigen Stadien, die in verschiedenen Designs erstrahlen. Besonders beeindruckend sind hierbei die bunte Tennis-Arena und das wie Wasser schimmernde Aquatics Statium. Ich freue mich jetzt schon drauf im August die Sportstätten im Fernsehen erneut und mit Leben gefüllt zu sehen. Mehr Informationen zu meinen Eindrücken über die Olympia Vorbereitung und der Meinung im Land findest du in meinem Olympia Artikel auf dem HLX Blog.

Leider hatten wir wirklich nur 75 Stunden. Neben diesen Aktivitäten lagen wir jeden Tag in den Morgenstunden noch ein wenig am Strand, haben eine Free Walking Tour gemacht, haben den Urca am Wasser bis zur Bar Urca halb umrundet und viiiieeeles leckere Essen genossen. Kurz gesagt. Wir haben die paar Stunden, die wir hatten voll ausgenutzt.

Top 10 To do

1. Christo Redentor auf dem Corcovado

2. Abendstimmung im Parque das Ruinas

3. Lebensfreude im Campo de São Christovão

4. Informative Free Walking Tour durch das Zentrum

5. Sonne pur am Strand in Ipanema

6. Sonnenuntergang auf dem Pão de Açúcar

7. Besuch des Olympischen Parks

8. Absacker in der Bar Urca

9. Samba im Pedra do Sal (monatgs)

10. Açaí essen

In drei Tagen müsst ihr euch schon etwas sputen für alle Punkte, es ist aber machbar.

Vielen Dank an HLX für diesen geilen Trip!

Praktische Tipps

Unterkunft in Rio de Janeiro

Unsere Unterkunft lag genau zwischen Copacabana und Ipanema und war von der Lage einfach perfekt. Die Qual der Wahl zwischen beiden Stränden, die letzte U-Bahn Station in direkter Nähe und das ganze in einem relativ sicheren Gebiet. Wer Lust auf mehr Leben hat am Abend sollte sich nach Hostels in Santa Teresa oder Lapa umschauen, sollte dort Abends aber auch ein wenig mehr aufpassen.