Traum oder Wirklichkeit? Die San Blas Inseln übertreffen in der Tat sogar die Vorstellungen vom Paradies. Die 395 teilweise nur mit wenigen Palmen bewachsenen Inseln liegen vor der Küste Panamas in der Karibik.

Ankunft auf dem Segelboot

Beim Besuch kann man sogar Angenehmes mit Praktischem verbinden. Denn es gibt  keine Landverbindung bzw. keine Straße zwischen Panama und Kolumbien. Klingt komisch, ist aber so. Ich wusste es vor meiner Ankunft auch nicht. So kam mit die Möglichkeit einen Segeltörn über die San Blas Inseln nach Kolumbien zu machen, ganz gelegen. Es hieß, dass alles ist im Voraus ausgebucht sei, aber vor Ort konnte ich für den nächsten Tag noch einen Platz auf der Baruffa ergattern. Dieses schnittige Schiff wird vom Südtiroler Kapitän Rudy geführt und hat sich als wahrer Glücksgriff erwiesen.

Die Fahrt zum Hafen nach Porvenir war schon ein kleines Abenteuer. Morgens um 5 Uhr ging es erst mit einem 4×4 los durch den Dschungel Panamas. Der Trip hatte schon etwas von einer Achterbahn Fahrt. Nach dem Umsteigen  ging es dann weiter mit dem Speedboat bis die Baruffa endlich in Sicht kam. Jetzt mussten wir nur noch die Ausreisformalitäten erledigen. Das ging einfacher als gedacht, so dass wir entspannt den weißen Strand genießen konnten, während unsere Pässe gestempelt wurden.

An Board der Baruffa

Nun ging das Verwöhnprogramm auf der Baruffa los. Erster Glücksfall war die Anzahl der Gäste. Anstatt 8 waren wir nur 4 Gäste an Board: Das hieß also Einzelkabine. Jetzt konnte ich mich erst einmal in die Hängematte fallen lassen und auf dem Weg zum Ankerplatz die ersten San Blas Paradiesinseln staunend bewundern.

Auch das Essen war phänomenal. Nur frische Zutaten kamen in den Topf und wir konnten uns durch die komplette Palette der karibischen Meeresfrüchte futtern. Von Hummer, Languste, Kingscrab über Oktopus und Riesenmuscheln bis hin zu diversen, teilweise selbst gefangenen, Fischen wurde uns alles aufgetischt. Highlights waren auf jeden Fall die FRISCHE Thunfisch-Cerviche, die Hummer…ach, eigentlich alles. Wirklich grandios! Ist natürlich auch sehr praktisch, wenn die Inselbewohner vom Stamm der Kuna immer an die Segelboote gepaddelt kommen und dort ihre frisch gefangenen Waren anbieten.

Von anderen Booten hatten wir schon die schlimmsten Geschichten gehört. Von Überbuchung bis hin zu Essensknappheit soll alles schon vorgekommen sein. Genug Trinkwasser wird gelegentlich auch überbewertet. Es wurden auch schon Reisende auf den Inseln ausgesetzt, nachdem sie Meinungsverschiedenheiten mit dem Kapitän hatten. Ein paar Tage Robinson Crusoe stell ich mir ja ganz witzig vor, aber auf Dauer wäre das wohl doch nichts für mich.

So haben wir dann die nächsten Tage mit Schnorcheln und Inselexkursionen verbracht. Die Unterwasserwelt hat schließlich einiges zu bieten. Das Wasser ist natürlich auch schön warm. Ich hab einen Lions Fish gesehen, einen kleinen Rochen, Oktopusse, einen Hummer und einen ganz frechen Fisch. Da schnorchelt man so nichtsahnend durch das Wasser und auf einmal kommt ein kleiner bläulich schimmernder ca. 20 cm langer grauer Fisch an und umschwimmt mich ganz neugierig. Im ersten Moment freue ich mich nur, weil ich ein super Motiv für meine Unterwasserkamera hab. Doch irgendwie wird der Kleine immer aufdringlicher. Erst stupst er mich an die Brille und war dann vorerst aus meiner Sicht verschwunden. Doch dann kam der Biss. Da hat sich der kleine Racker einfach von unten angeschlichen und genau die Spitze meines großen Zehs angeknabbert. Wirklich die einzige freie Stelle an meinen Füßen, ich trug ja Flossen. Blutüberströmt hab ich mich dann zurück zum Boot gekämpft. Naja, eigentlich war es mit etwas Desinfektionsmittel und etwas Tape schon getan. Trotzdem frech!

Die Überfahrt nach Kolumbien

Eigentlich sollte der Trip von Panama über die San Blas nach Cartagena in Kolumbien gehen. Leider hat uns das Wetter aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wind und Wellen sollten etwas zu stark werden, sodass wir schließlich Richtung Sabzuro bzw. Capurgana im Norden Kolumbiens aufgebrochen sind. Direkt nach den Riffen haben uns dann auch gleich 6 Meter Wellen und 30 Knoten Wind begrüßt. Uns Landratten bekam das Wetter anfangs auch gar nicht gut. Nach ein paar Stunden Herumvegetieren hatte sich das aber zumindest bei mir gegeben. Die Seekrankheitspillen haben auf jeden Fall ihren Job gut erledigt. Jetzt konnte ich das Auf und Ab in den Wellen und die steife Brise wenigstens genießen.

Ein weiteres Highlight bei der Überfahrt von den San Blas nach Sabzuro war auch mein allererster Fischfang: Auf einmal rappelte es an der ausgeworfenen Leine, an der ich am nächsten saß. Also hieß es nun Leine einholen und da hing tatsächlich ein 30 cm langer Kingsfisch dran. Diesen kräftigen, 40 cm Kingsfisch musste ich erstmal bändigen. El Capitano kam mir dann aber zur Hilfe und hat dem 50 cm Kingsfisch einfach Rum ins Maul gekippt, daraufhin ist er Tod umgekippt. Selbstegefangenes schmeckt zum Abendessen dreifach so gut, besonders wenn der Kingsfisch 60 cm groß ist.

Am Ende unserer San Blas-Reise hat das Dörfchen Sabzuro uns mit seinem karibischen Flair einen wunderschönen Ankerplatz geboten. Capurgana ist ähnlich, jedoch schon etwas größer mit mehreren Unterkünften und insgesamt auch sehr schön, sodass ich gleich ein paar Tage hier geblieben bin.

Der San Blas Trip war auf jeden Fall ein großartiges Erlebnis und ich kann jedem nur empfehlen auf Rudys Baruffa anzuheuern.

Praktische San Blas Tipps

Buchung des Bootes:

In der Regel läuft die Buchung über Online-Plattformen wie BlueSailing. Sie haben diverse Boote im Portfolio und je nach Abfahrtswunsch wird man zugeteilt oder kann sich ein Boot auswählen. Ich empfehle auf jeden Fall vor der Buchung eine schnelle Recherche zum Boot und Kapitän zu machen, es gibt nämlich riesige Unterschiede. Die Baruffa kann ich guten Gewissens weiterempfehlen, ebenso die „Big Fish“. Eher schlechte Kommentare hab ich zur „Gitana 3“ gehört. Eine weitere Alternative ist „San Blas Adventures“. Diese Tour geht mit Schnellbooten von Insel zu Insel nach Capurgana. Hier schläft man auf den Inseln, jedoch sind die Gruppen recht groß und die Fahrt kann bei unruhigem Wasser ungemütlich werden.

Abfahrtshafen:

Es gibt verschiedenen Abfahrtshäfen in Panama. Viele Boote fahren von Porvenir ab, jedoch ist hier ein privater Transport von Nöten (ca. 50 USD). Andere Häfen wie Portobelo, Puerto Lindo und Carti können mit öffentlichen Verkehrsmitteln ziemlich günstig erreicht werden (3-5 USD).  Diese Unterschiede sollten in der Budgetplanung mit einberechnet werden.